Akku-Brände: Die unsichtbare Gefahr im Müll
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Akku-Brände: Die unsichtbare Gefahr im Müll

In deutschen Entsorgungs- und Recyclinganlagen kommt es täglich zu Bränden – im Schnitt rund 30 Mal pro Tag. Hauptursache sind falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus, die beim Schreddern oder Pressen Feuer fangen können. Zwar werden kleinere Brände oft automatisch gelöscht, doch immer häufiger entwickeln sie sich zu verheerenden Großbränden. Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) meldet allein in diesem Jahr bereits 90 schwere Fälle mit Millionenschäden.

Gefahr für Mitarbeiter und Betriebe

Die Folgen sind dramatisch: Fahrzeuge und Hallen gehen in Flammen auf, giftige Rauchgase gefährden die Gesundheit der Beschäftigten, ganze Anlagen werden zerstört. Auch die Versicherungsbranche reagiert – Prämien steigen, Selbstbeteiligungen werden höher und Policen sind teilweise schwer zu bekommen. Damit gerät auch die Versorgungssicherheit in der Abfallwirtschaft unter Druck.

Wer trägt die Verantwortung?

Der BDE fordert einen von den Herstellern finanzierten Brandschutzfonds. Doch die Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) lehnt das ab: Schuld seien nicht die Hersteller, sondern die unsachgemäße Entsorgung durch Verbraucher. Besonders im Fokus stehen Einweg-E-Zigaretten (Vapes). Jährlich werden in Deutschland rund 60 Millionen Stück verkauft, deren Akkus häufig im Hausmüll landen – ein funktionierendes Rücknahmesystem gibt es nicht.

Politische Forderungen

Um die Sammelquoten zu verbessern, spricht sich der BDE für ein Pfandsystem auf Lithium-Ionen-Akkus aus. Unterstützung kommt etwa von NRW-Umweltminister Oliver Krischer, denn die jährlichen Brandschäden liegen inzwischen im hohen dreistelligen Millionenbereich. Die Industrie warnt jedoch vor logistischem Aufwand und setzt stattdessen auf bessere Verbraucheraufklärung.

Dringender Handlungsbedarf

Die EU schreibt ab 2027 vor, dass Akkus leicht entnehmbar sein müssen – ein Schritt, der Einweg-Vapes de facto verbieten würde. Der BDE mahnt jedoch: So lange können wir nicht warten. Jeder Monat Verzögerung bedeutet weitere Brände, steigende Risiken für Mitarbeiter und wachsende Schäden für die Betriebe.